Fragen


Das Soziale Netzwerk Lausitz vermittelt im Rahmen der „Lausitzer Sozialpaten“ Patenschaften zwischen kleinen/mittelständischen Unternehmen und privaten sowie institutionalisierten sozialen Organisationen zur Professionalisierung der sozialen Angebotslandschaft in den unterschiedlichen Bereichen von Organisation, Management und Struktur. Eine Patenschaft schließt dabei eine monetäre Unterstützung aus und ist somit nicht der Türöffner bei Spenden oder Sponsoring, sondern in der Frage „Mit welchen Kompetenzen kann Ihr Unternehmen das soziale Leben in Weißwasser unterstützen?“.


Die Unterstützung findet auf Grundlage der Fähigkeiten und Tätigkeiten statt, die im Unternehmen aufgrund des Kerngeschäfts möglich sind: Steuerberater leisten Steuerberatung, IT-Unternehmen z.B. individuelle Softwareentwicklungen und Programmierungsleistungen, eine Rechtsanwaltskanzlei die Rechtsberatung, eine Werbeagentur die Imagekampagne, eine Druckerei den Flyerdruck, Transportunternehmen die Logistik, Dachbaufirmen die Ausbesserung des maroden Vereinshausdachs… Die Unternehmen erhalten für ihr praktisch orientiertes Engagement den Titel und das Siegel „Lausitzer Sozialpate“.


Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können von einer Sozialpatenschaft profitieren: Ein Unternehmen erhält für das soziale Engagement und die Übernahme konkreter Aufgaben den Titel und das Siegel “Lausitzer Sozialpate”, das für die vereinbarte Dauer der Patenschaft auf Briefköpfen, der Internetseite, im Eingangsbereich u.s.w. präsent und öffentlichkeitswirksam platziert werden kann. Eine Präsenz in den regionalen Medien, auf der Homepage der Lausitzer Sozialpaten sowie bei Facebook rundet den Bestandteil der Imagestrategie ab.

Weiterhin bedeutet die Sozialpatenschaft für den Unternehmer:
- eine erfolgreiche Kleinstrategie für gesellschaftliches Engagement langfristig in die unternehmerische Tätigkeit einzubinden
- Persönlichkeitsentwicklung und Bindung für beteiligte Mitarbeiter
- positive Entwicklung der Unternehmenskultur
- Verantwortung zeigen für Stadt und Nachbarschaft
- gezielte Öffentlichkeitsarbeit
- Erschließung neuer Kontakte
- Imagegewinn

Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen sind aufgrund betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen oft keine umfassenden Strategien in den Handlungsfeldern der sozialen Verantwortung möglich. Transparente und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen wie die “Lausitzer Sozialpaten” sind eine sinnvolle Bereicherung der Engagementstrategie. Einige regionale Unternehmen praktizieren diese Art von Unterstützung bereits, konnten dies jedoch über eigene Kanäle hinaus nie kommunizieren und entsprechende Anerkennung generieren.

Zusätzlich ist eine Sozialpatenschaft das Instrument zum Management von Anfragen/Spendenbitten: Unternehmen stehen als ausgewiesene Sozialpaten nicht mehr unter Rechtfertigungsdruck.


Phase 1
Soziale Träger & Projekte melden per Mail, Internetformular unter www.lausitzer-sozialpaten.de oder telefonisch Bedarfe an, z.B. in
- Beratungsleistungen Steuer oder Recht, Finanzen, Personalfragen
- Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Fundraising
- Inhaltliche Fragen
- Reparatur- und Sachleistungen

Phase 2
- Aufnahme und erste Analyse der Bedarfe, Terminabsprache vor Ort

Phase 3
- Beratungsgespräch mit den Trägern zur Präzisierung der gemeldeten Bedarfe
- Abwägung und Priorisierung

Phase 4
- Recherche geeigneter Unternehmen als Sozialpaten
- Bei Neu-Akquise: Unternehmensansprache und Erstkontakt
- Beratungsgespräch mit dem Unternehmen (ohne Beteiligung des Patenprojektes) zur Vorstellung des Bedarfs und Eruierung der Interessenlage und Unternehmensstrategie
- Prüfung des Patenschaftspotentials  im Idealfall Fortsetzung mit Phase 5, sonst weitere Recherche

Phase 5
- Gemeinschaftstermin von sozialem Träger (Patenprojekt) und Unternehmen (Sozialpate)
- Vorstellung, Definition der Patenschaftsleistung und Moderation

Phase 6
- Formulierung der vereinbarten Patenschaft, Veröffentlichung in den regionalen Medien, auf der Facebookseite und Homepage der Lausitzer Sozialpaten
- Ernennung des Unternehmens zum Sozialpaten – Verleihung des Siegels “Sozialpate”

Phase 7
-Ansprechpartner während der Laufzeit bei Konflikten
- Pflege der Kontakte und des Netzwerks


Die Initiative “Lausitzer Sozialpaten” vermittelt in erster Linie keine Spenden und kein Sponsoring, sondern Unternehmen, Unternehmer und Experten aus Unternehmen, die sich mit dem Know-how ihres Kerngeschäfts im Rahmen einer konkreten Patenschaft im sozialen Bereich engagieren.
Das wesentliche Ziel ist die nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe, die Professionalisierung von Organisation, Struktur, Tätigkeiten und Mitarbeitern, die soziale Organisationen für heutige und zukünftige Anforderungen befähigen und fortentwickeln.

Folgende beispielhaft dargestellten Bedarfe bieten sinnvolle Möglichkeiten eines unternehmerischen Engagements im Sinne einer Sozialpatenschaft:
- Eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderungen möchte seine didaktischen Mittel zur Aufklärung im Thema Behinderung (Flyer, Buch, …) weiter entwickeln. Als Sozialpaten kämen Grafiker, Werbeagenturen und Druckereien in Fragen, die Kompetenzen für die Gestaltung der Produkte haben.
- Ein Verein in der Kinder- und Jugendhilfe benötigt die kontinuierliche Rechtsberatung eines Fachanwaltes im Bereich Familienrecht.
- Eine Bürgerinitiative möchte sich verbindlich organisieren und sucht Rat bei der Gründung eines Vereins. Sozialpaten könnten Steuerberater und Notare sein.
- Das Dach des Kassenhäuschens im Tierparkverein ist marode und müsste dringend modernisiert werden. Ein regionaler Dachdecker kann mit Erfüllung dieser Leistung Sozialpate werden.


Bürgerinitiativen, Projekte, Vereine, Sozialunternehmen oder Verbände, die sich in Weißwasser und der Lausitz gemeinnützig oder mildtätig engagieren für
- Kinder, Jugend und Familie
- Senioren
- Menschen mit Behinderungen
- Menschen mit psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen und Doppeldiagnosen
- Arbeitslose und soziale Randgruppen
- Migranten

Bei den Akteuren des sozialen Sektors werden auch jene Initiativen und Personen berücksichtigt, deren Bestand von kurzfristiger Dauer ist (Projekt), die nicht in Handels-/Vereinsregister eingetragen sind und in einem anderen Rahmen agieren (z.B. Schule oder Gartenverein), aber ein soziales Projekt verantworten und realisieren.


Willkommen im Förderkreis!
Eine Initiative wie die Lausitzer Sozialpaten lebt von bestehenden Netzwerken, Kontakten sowie ideeller und monetärer Unterstützung. Ein für diese Komponenten eingerichteter Förderkreis bündelt Kompetenzen, die über eine klassische Sozialpatenschaft hinaus gehen bzw. diese ergänzen können.

Wesentlicher Bestandteil des Förderkreises sind die Beiratsmitglieder des Sozialen Netzwerk Lausitz, die den Initiator und Projektträger beratend begleiten und unterstützen. Das sind:
- Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister, Beiratsvorsitzender und Schirmherr der “Lausitzer Sozialpaten”
- Matthias Reuter, Sozialplaner des Landkreises Görlitz
- Daniel Kunze, Geschäftsführer Familienunternehmen Kunze GmbH
- Frank Schwarzkopf, Vorsitzender des Stadtvereins Weißwasser
- Jörg Lübben, FairPlay Partner

Unternehmern, die keine Kernkompetenzen für eine Sozialpatenschaft zur Verfügung stellen können aber dennoch ihr soziales Engagement mit konzertierten Aktionen signalisieren wollen, steht der Förderkreis offen für finanzielle Zuwendungen. Diese werden transparent verwaltet und zum Jahresende unter Einbeziehung des Förderkreises nach thematischer Ausschreibung an soziale Organisationen und Initiativen ausgeschüttet. Darüber hinaus werden jährliche Jahresempfänge der Lausitzer Sozialpaten veranstaltet, an denen sich Unternehmer im Förderkreis mit Geld- oder Sachzuwendungen beteiligen können.
Alle Mitglieder des Förderkreises erhalten ein Sozialpaten-Siegel mit der Ergänzung “Förderer”.